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Schulcurriculum Realschule

Ausgehend von dem Schulrahmencurriculum und dem Schulcurriculum der Schloss-Schule Ilvesheim (Staatliche Schule für Blinde und Sehbehinderte) ergeben sich für den Bereich der Grund-, Förder-, Haupt- und Realschule folgende schulcurriculare Besonderheiten:

Moderne Medien prägen den Schulalltag

Medium Schrift als Möglichkeit der barrierenfreien Kommunikation:

Erst seit wenigen Jahren sind blinde Menschen dank der modernen elektronischen Medien in der Lage, direkt mit den Sehenden schriftlich zu kommunizieren. Schrift ist nach Sprache die wichtigste Kommunikationsform. Mit dem PC kann der Blinde fast uneingeschränkt an der Schriftwelt der Sehenden teilhaben und selbst gestalten. Er kann seine Ideen frei von Einschränkungen seiner Umwelt mitteilen.

Deshalb steht jedem blinden und sehbehinderten Schüler an der Schloss-Schule ein moderner, vernetzter, behinderungsgerechter PC als ständiger Arbeitsplatz zur Verfügung.

Auch im Bereich der Naturwissenschaften erlernt der Schüler die Möglichkeit mit dem PC seine Berechnungen und Gedanken auszutauschen.

Prinzip der permanenten Übung

Sehbehinderte und blinde Schüler erfahren unabhängig von ihren Interessen und Fähigkeiten aufgrund ihrer Sehschädigung eine Einschränkung hinsichtlich der Berufswahl. Die Chancen auf einen qualifizierten Beruf wachsen, je stärker die Kommunikation sprachlich oder schriftlich erfolgt. Dies kann im Verwaltungs- oder kaufmännischen Bereich der Fall sein. Voraussetzung ist jedoch, dass der behinderte Schüler sein Arbeitsgerät perfekt beherrscht. Durch den täglichen Gebrauch in der Schule wird dies erreicht.

Barrierefreier Zugang zu Information

Durch moderne Ausstattungen in der Schule wird versucht, den sehbehinderten und blinden Schüler an der Informationswelt der Sehenden teilhaben zu lassen. Die Schüler werden in die Lage versetzt, sich selbst Informationen einzuholen und auf deren Basis fundierte Entscheidungen zu treffen.

Integration durch Teilhabe

Gesellschaftliche Integration spielt sich über Kommunikation ab. Der sehbehinderte und blinde Schüler erlernt die Möglichkeit der Teilhabe durch den Einsatz moderner Medien, welche seine Behinderung in den Hintergrund treten lässt.

Persönliche Kompetenzen als Grundlage zur Integration

Gestik und Mimik als Informationsträger

Der blinde und sehbehinderte Schüler muss lernen, seine Behinderung zu akzeptieren. Er kann Dritten gegenüber seine Einschränkungen und Möglichkeiten erklären. Dazu gehört der richtige Einsatz von Gestik und Mimik, Körperhaltung und Blickkontakt. Er kennt die Vorurteile der sehenden Umwelt und holt seine Gesprächspartner dort ab.

Integration durch aktive Teilhabe

Mobilität und Orientierung sind Grundvoraussetzungen für den Eintritt in das Privat- und Berufsleben. Kulturtechniken müssen sicher beherrscht werden um gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Ordnungstechniken sind Grundvoraussetzungen um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Gezieltes Mobilitätstraining und das gemeinsame Mittagessen an der Schule legen dazu den Grundstein.

Lernen außerhalb der Schule

Reale Erfahrungen durch Lerngänge

Während an allgemeinen Schulen Bilder oder Filme den Schülern Unterrichtsinhalte vermitteln können, sind diese Medien an einer Sonderschule für Blinde und Sehbehinderte nur eingeschränkt nutzbar. Eine gut sortierte Sammlung von Modellen versucht diese Lücke zu schließen. Besser jedoch ist ein Lernen vor Ort, so dass zahlreiche Lerngänge den Schulalltag strukturieren.

Praktika und Schullandheime als weiterer Lernort

Der neue Bildungsplan zeigt die Wichtigkeit von Praktika für alle Schüler auf. Die Schloss-Schule Ilvesheim verwirklicht diese Idee auch für ihre Schüler. Ab Klasse 7 befindet sich jede Klasse pro Schuljahr mindestens für 1 bis 2 Wochen in einem Praktikum.

Schullandheimaufenthalte runden diese Maßnahmen ab. Jeder Klasse und Lehrkraft steht es frei, jährlich einen Schullandheimaufenthalt durchzuführen.

Erprobung durch Sport

Ergänzend kommen Skiwochenenden, Judo- oder Goalballturniere hinzu, bei denen der Schüler neben dem Sport auch lernt, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, lebensprakti-sche Fähigkeiten erwirbt und gezwungen ist, mit anderen zu kommunizieren

Persönlichkeitsentwicklung durch Sport

Sport und Leistungsfähigkeit

Über sportliche Leistungen kann jeder seine Belastungsfähigkeit und Fitness zeigen. Be-hinderten wird in der Regel diese Möglichkeit abgesprochen. Besonders bei Blinden steht oft ein behutsames Bewahren im Vordergrund. Deshalb kann der blinde und sehbehinderte Schüler gerade durch Sport zeigen, dass er trotz seiner Behinderung ein belastbarer und leistungsfähiger junger Mensch ist.

Sport und Gesundheitserziehung

Die Schüler sitzen im Unterricht. Hinzu kommt die Einschränkung, dass unsere Jugendli-chen meistens mit Fahrdiensten zur Schule gebracht werden oder als Internatsschüler sogar auf dem Schulgelände wohnen. Gekoppelt mit der Sehbehinderung oder Blindheit werden die Schüler oft noch wohlmeinend bewahrt und selten motorisch gefordert. Die Schule unterrichtet wöchentlich 2 Stunden Sport und 1 Stunde Schwimmen. Hinzu kommen freiwillige AG Angeboten in Judo, Tauchen, Klettern, Karate und Fitness. Sportinteressierte Jugendliche können bis zu 11 Stunden fachgeleiteten Sportunterricht belegen.

Sport zur Vermeidung von Blindismen

Mangelnde oder fehlende visuelle Kontrolle führt bei vielen Betroffenen zu abweichenden motorischen Bewegungsabläufen oder Kompensationshandlungen. Der Betroffene wirkt durch diese Störungen als „Behinderter“ und unterscheidet sich damit von seiner sehenden Umwelt. Mit Hilfe eines permanenten Lauftrainings in jeder Sportstunde wird versucht, bei den Jugendlichen ein Gesamtkörperschema herauszubilden, welches sie als motorisch leistungsfähige junge Menschen zeigt.

Sport als Möglichkeit der Integration

Das Vereinsangebot in Deutschland ist weltweit einmalig. Für die soziale Integration leisten diese Organisationen hervorragende Arbeit. Die Schloss-Schule Ilvesheim versucht diese Möglichkeit zu nutzen, in dem sie Sportangebote in den Mittelpunkt ihres Unterrichts stellt, in der die Sehfähigkeit eine untergeordnete Bedeutung hat. Der Weg geht weg von blindenspezifischen Sportarten hin zu „taktilen“ Bereichen wie Klettern oder Judo oder zu Angeboten, bei denen die Sehkraft eine untergeordnete Bedeutung hat (Laufen, Rudern).

Aufbau von Selbstvertrauen und Mut

Unsere Schüler gelten als Behinderte. Diese Bezeichnung suggeriert eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Durch erlebnispädagogische Ansätze erfährt jedoch der Schüler, dass auch er außergewöhnliches Leisten kann. Einmal im Jahr bietet unsere Schule für Interessierte einen Hochgebirgsaufenthalt in den Dolomiten an.

Aufbau von sozialer Kompetenz

Durch gezielte Angebote in Form von heterogenen Sportgruppen (Sehbehinderte mit Mehrfachbehinderten, Jungen mit Mädchen, Ältere mit Jüngere, Sehende mit Blinden) erwerben die Schüler ihre soziale Kompetenz. Sie lernen, dass jeder Stärken und Schwächen hat.

Förderung gruppendynamischer Prozesse

Durch die Zusammenlegung mehrerer Klassen im Fach Sport entstehen Gruppengrößen und Lehrerkapazitäten, welche ein differenziertes Arbeiten zulassen. Ebenfalls können Prozesse initiiert werden, in denen erfahren wird, dass auch der vermeintlich Schwache einen wichtigen Beitrag zum Erfolg einer Gruppe einbringen kann.

Der Standort Ilvesheim in der Metropolregion Rhein-Neckar

Die Schloss-Schule in der Gemeinde Ilvesheim

Das Schloss Ilvesheim steht im Zentrum der Gemeinde. Sparkassen und Geschäfte er-möglichen Lerngänge unmittelbar vor der Haustür. Lebenspraktische Fertigkeiten und Mobilität können schrittweise in der realen Umweltsituation erlernt werden.

Die Schloss-Schule in der Metropolregion Rhein-Neckar

Wenige Kilometer von Ilvesheim entfernt liegen die Städte Heidelberg und Mannheim. Die Beratungszentren der Großstädte oder die kulturellen Einrichtungen wie Theater und Museen werden für den Schulalltag genutzt, in dem zahlreiche Lerngänge durchgeführt werden. Ein praktisches „Begreifen durch begreifen“ ist besser als jeder theoretischer Unterricht. Mit dem Kernkraftwerk Philippsburg, dem Chemieriesen BASF oder dem Softwarekonzern SAP liegen in der unmittelbaren Umgebung Firmen, welche unseren Schülern ein Bild von wirtschaftlicher Größe vermitteln. Fast noch wichtiger sind jedoch die zahlreichen Kontakte zu Handwerksunternehmen, Bauernhöfen oder mittelständischen Firmen, die unseren Jugendlichen in Besuchen und Praktika Einblick in Produktionsprozesse oder in die Berufswelt geben.

Die Schloss-Schule im nordbadischen Raum

In Sichtweite der Schule liegt im Osten der Odenwald, etwas weiter im Westen der Pfälzer Wald. Hier finden zahlreiche Ausflüge statt, von der Wanderung bis hin Klettern im Mittel-gebirge. Rhein und Neckar kennen sportliche Schüler durch Kajakfahrten, während Schüler mit dem Wahlpflichtfach Französisch gerne den Weihnachtsmarkt in Straßburg besuchen um knapp hinter der französischen Grenze ihre Sprachkenntnisse zu testen.

Die Schloss-Schule in Deutschland

Eine enge Zusammenarbeit mit allgemeinen Schulen auch weit außerhalb des Bereichs Heidelberg/Mannheim oder den blinden und sehbehinderten Sonderschulen in Deutsch-land führt zu einer erfreulich hohen Quote von Abiturienten bei unseren Realschülern.

Die intensive Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Integrationsfachdienst ebnet den Weg zur Ausbildung und Beruf.

Durch fachspezifische Unterstützung wird dabei auch versucht, Schülern den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Ansonsten helfen kollegiale Kontakte zu den weiterführenden behinderungsspezifischen Einrichtungen (BFW oder BBW) auch bei schwierigen Ausgangssituationen den richtigen Weg zu finden.