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Landesentscheid im Vorlesewettbewerb 2014

Schon zum 54. Mal veranstaltete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels auch dieses Jahr den bundesweiten Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen. Aucch unsere Schule veranstaltete in der Realschulklasse 6 einen Klassenentscheid. Der beste Vorleser/die beste Vorleserin sollte beim Regionalentscheid die Schule vertreten. Nach Beratung der Jury ging Kerstin  als Siegerin hervor. Und nachdem sie sich auch im Regional- und Bezirksentscheid durchsetzen konntte, stand nun der Landesentscheid in Stuttgart an. Sowohl für die Teilnehmerin als auch für die Zuhörer ein aufregendes Erlebnis:

Ablauf des Tages

Am Dienstag, den 06.05.2014, fuhren Kerstin, Frau Seibold, Petra und ich mit dem Zug zum Lesewettbewerb nach Stuttgart. Als wir im Wilhelma-Theater, wo der Wettbewerb ausgetragen wurde, ankamen, schaute Kerstin sich das Lesepult an, wo sie später lesen sollte. Außerdem waren für jeden Teilnehmer und seine Begleiter Plätze reserviert.

Nach einer großen Raumerkundungsttour setzten wir uns auf unsere Sitzplätze und stärkten uns ein letztes Mal, bevor das „Leseabenteuer“ begann. Bevor es los ging, kam ein Clown, der lauter lustige Sachen machte, um die angespannte Stimmung zu lockern. Zum Beispiel hatte er einen großen Fön im Gepäck, mit dem er die Leute anblies. Nach diesem Auftritt waren alle deutlich lockerer und es konnte losgehen. Jeder Teilnehmer las zuerst eine selbst ausgesuchte Textstelle aus einem Buch vor, dass er ebenfalls selbst bestimmt hatte. Die Frau, die den Wettbewerb moderiert hatte und sonst bei einem Radiosender arbeitet, kannte jedes Buch und unterhielt sich mit jedem Kind kurz über Autor und Inhalt. Manchmal haben diese ca. fünfminütigen Gespräche dabei geholfen, die Textstelle zu verstehen. Es waren insgesamt 16 Teilnehmer und irgendwann wurde es als Zuhörer ganz schön anstrengend, jedem gut zuzuhören. Nach ca. 90 Minuten gab es eine Pause. Auch hier war der Clown wieder aktiv!

Nach der Pause ging es mit der zweiten Runde weiter. Jetzt mussten die Kinder einen ungeübten Text vorlesen. Sie lasen alle aus dem gleichen Buch. Dieses wurde dann immer an das nächste Kind weiter gegeben. Da Kerstin natürlich nicht aus einem Schwarzschriftbuch lesen konnte, war sie die erste, die lesen musste, was ihr gar nicht gefiel. Trotzdem hat sie diese Herausforderung gemeistert!

Auch dieses Buch war sehr interessant. Es war eine entspannte Lesestunde, die einen Einblick in eine spannende und aufregende Geschichte gab. Nach dieser Runde Musste die Jury entscheiden, wer Sieger wurde und das war gar nicht so einfach. Deshalb wurde noch eine weitere Pause eingelegt,. Dieses Mal hatte der Clown Schaum dabei, mit dem setzte er Kerstin ein Krönchen auf den Kopf. Das sah lustig aus und wir mussten noch lange darüber lachen.

Schließlich war es dann so weit und die Siegerehrung begann. Um noch Mal ein bisschen Freude in den Saal zu bringen, baute der Clown eine Geschichte nach. Viele Geschichten sind mit Höhen und Tiefen, außerdem hat jede Geschichte einen Spannungsbogen. Das war der Grund, weshalb er anfing, mit Stäben einen Bogen zu bauen, was ihm aber nicht so ganz gelang. Schon bald flogen die Stäbe durch den ganzen Saal und der Clown rannte fluchend hin und her, um sie wieder aufzusammeln.

Aber diesmal half selbst diese Ermunterung nichts mehr. War ja auch kein Wunder, hier ging es um die Qualifikation für den Bundesentscheid – Und das war natürlich aller Ziel.

Schlussendlich wurde es dann ein zweiter Platz. Zwar regte sich Kerstin Anfangs etwas darüber auf, doch als wir dann in den Zug einstiegen, war sie wieder fröhlich. Ein gut gelungener Ausflug, von dem wir noch heute strahlend berichten können!

Christina Kuhnle

Aus der Sicht der Teilnehmerin

Ich war furchtbar aufgeregt, als ich am Dienstagmorgen aufwachte. Hatte ich genug geübt? Hatte ich das richtige Buch eingepackt? Würde alles so funktionieren, wie wir es uns vorstellten? Viele Fragen standen offen, andere waren aber auch schon beantwortet: Wir wussten die Adresse, die Uhrzeit und hatten den Fahrplan im Kopf – das war der Gegenzug.

In Englisch konnte ich gar nicht richtig mitarbeiten, weil ich so aufgeregt war. Die letzten vierzehn Tage hatte ich auf diesen Tag gewartet, seit knapp drei Wochen hatte ich meine Textstelle sicher und seitdem viel geübt.

Als wir dann um zwölf Uhr ankamen, merkte ich, dass ich mich nicht mehr nur in einem Klassenentscheid beweisen musste: Jeder Teilnehmer bekam sein eigenes Namensschild und vorgetragen wurde in einem Theatersaal.

Um halb zwei, als es losgehen sollte,hielt ich es dann fast nicht mehr aus. Würde ich das schaffen? Doch zum Glück kam zuerst mal jemand, der die angespannte Stimmung in eine fröhliche und entspannte Stimmung umgestalten wollte: Ein Clown.

Um zwei Uhr ging es dann entlich los. Tatsächlich war ich deutlich entspannter und zunächst sehr aufmerksam. Als ich an der Reihe war, dachte ich an mein selbst gedichtetes Motivationslied und ging voller Zuversicht zum Lesepult.

Eine Moderatorin des Radiosenders SWR2 war extra gekommen, um uns zu interviewen. Zwar nicht fürs Radio, aber zum Verständnis der Zuhörer. Dann las ich. Dabei dachte ich vor allem an die richtige Betonung, auf die ich sehr viel Wert lege, und auf einen flüssigen Lesefluss trotz des Seitenumbruchs. Ich las aus dem Buch „Sommersturm“ von Olaf Büttner, worin es um den fünfzehnjährigen Julian geht, der keine Eltern mehr hat und deshalb zu seiner Tante zieht. Allerdings sind die anderen Verwandten total dagegen, weil sie denken, das würde nicht funktionieren. Doch der Junge ist zuversichtlich, schließlich ist er in Luisa aus seiner Klasse verliebt – Doch dann kommt alles ganz anders: Tante Martha beklagt sich beim Jugendamt, Tante Betty wird von Jugendlichen angegriffen und die Liebe zwischen Luisa und ihm verläuft auch nicht so, wie sie sollte. Julian wehrt sich und kommt dabei einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur … Ich habe die traurigste Stelle vorgelesen, nämlich die Stelle, wo der Vater gerade auf dem Friedhof begraben wurde und Julian die Auswirkungen des Todes zu spüren bekommt.

Den Rest der ersten Runde war ich gar nicht mehr bei der Sache.

Nach der Pause musste jeder eine fremde Textstelle aus dem Buch „Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel“ von Nina Blazon vortragen. Davor war ich besonders aufgeregt, denn ich war die Erste und das passte mir überhaupt nicht. Aber ich habe mich dann doch ganz tapfer geschlagen, auch wenn ich, als ich zurück zu meinem Sitzplatz ging, nicht so ganz zufrieden war.

Und dann, vor der Siegerehrung, wuchs die Anspannung – Und dann schaffte ich es doch tatsächlich auf den zweiten Platz! Auch wenn ich am Anfang ein wenig enttäuscht war, bin ich nun sehr zufrieden, denn ich habe es sehr weit geschafft, die Schule gut vertreten – und sogar einen Brief vom Kultusministerium bekommen.

Kerstin Peters