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Skilandheim 2014

In der Woche vom 6. bis 11. Januar 2014 fand wieder unser jährlicher Skilandheimaufenthalt in Andelsbuch (Bregenzerwald/Österreich) statt. Zusammen mit fünf Jugendlichen, die verschiedene Regelschulen integriert besuchen, nahmen von unserer Schule vier Schüler und Schülerinnen aus den Klassen R8 und H7/8 an diesem Schnee-Abenteuer teil. Hier berichtet Christopher ausführlich von diesem Erlebnis:

Das Skilandheim war eine sehr schöne Erfahrung, und ich möchte es nicht missen. Als wir am Montagmorgen Richtung Österreich aufbrachen, freute ich mich schon.

Allerdings fing gleich der Stress an, als wir uns in den Zimmern einrichteten. Es waren noch drei Jungen und zwei Mädchen vom BLUBS-Kurs mitgekommen. Zu zweit mussten wir uns im Jungenzimmer ein großes Doppelbett teilen, da die anderen Betten schon vergeben waren. Gleich danach stiegen wir auf den Speicher, wo wir uns Skischuhe aussuchten. Dann setzten wir uns zu einer Willkommensrunde in der großen Wohnküche zusammen und verteilten unter anderem die Küchendienste. Nach dem Abendessen, bei dem wir lachten, weil es sehr schwer war, auf so engem Raum zusammen zu essen bzw. zu trinken, gab Herr Rüger den Anfängern einen Crashkurs im theoretischen Skifahren, wobei er uns schon einmal die Funktion von Skiern und ihren Bindungen erklärte.

Am Dienstag ging es früh los, noch etwas gefrühstückt, und dann ab in die Skiklamotten. Es war erst einmal schwierig, in das Ganze hineinzukommen. Gut vorbereitet gingen wir in ein Skigeschäft, wo unsere Ski eingestellt wurden, und dann wagten wir uns auf die Piste. Nach einer kleinen Wiederholung der theoretischen Vorkenntnisse bekam jeder einen Erwachsenen zugeordnet, der einen zu den ersten Schritten anleitete. Bald stürzten schon die ersten Schüler, und es war so manches „Auh!“ zu hören. Es machte jedoch Spaß, dort zu versuchen, richtig auf Skiern zu stehen, aufzupassen, dass man auf „Schuss“ nicht gleich die Piste hinunter fuhr, und das Gleichgewicht zu halten, während man einen Schritt nach dem anderen tat.

Einige Schüler waren schon fortgeschrittene Skifahrer und fuhren ihre Runden bald auf den großen Pisten. Ich kam nicht so schnell voran, ich stürzte immer wieder, rumpelte auch noch mit einem Freund zusammen, war zwischendurch kurz vor dem Zusammenbruch, bis ich nach zwei endlosen Stunden die ersten Fortschritte machte. Als ich zum ersten Mal Schlepplift fuhr, konnte ich das Gleichgewicht nicht halten und stürzte. Ich hab mir nicht wehgetan, und der Liftwart hielt sofort den Lift an. Nach einigen Versuchen klappte es, aber ich habe es nie geschafft, elegant oben am Berg auszusteigen. Am Ende des Tages konnte ich schon ein wenig Ski fahren, andere Schüler hatten schon etwas mehr gelernt, und auch ein ängstliches Mädchen hatte sich tapfer durch den Tag gekämpft. Ich sah allerdings am schlimmsten aus, ich saß ausgelaugt und erschöpft am Boden und konnte nicht mehr.

Zurück in der Ferienwohnung fühlte ich mich erst nach einer kalten Dusche wieder besser, und während die einen das Abendessen zubereiteten, unterhielten sich die anderen fröhlich und angeregt. Nach einer kräftigen Mahlzeit  zogen wir uns allerdings bald in die Zimmer zurück, und schon um 21 Uhr schliefen die meisten wie ein Stein.

Am nächsten Morgen hieß es – wie auch an jedem weiteren – nach dem frühen Wecken aufstehen, Küchendienst, frühstücken … und ab auf die Piste. Als es wieder Mittag war, hatte ich schon große Fortschritte gemacht, und am Ende des Tages konnte ich schon alleine geradeaus fahren.

Am dritten Skitag, dem Donnerstag, fuhren wir in ein anderes Skigebiet. Während die weiter fortgeschrittenen Schüler mit der Sesselbahn die größeren Pisten erreichten, lernte ich mit zwei anderen am einfacheren Hang den Pflug. Der Liftwart war unglaublich nett und bot uns eine Limonade an, die wir dankend annahmen. Er lieh mir sogar Lederarbeitshandschuhe, damit meine durch den Skilift, bei dem man sich an einem Seil festhalten musste, nicht kaputt gingen. Heute bekam ich auch die Gelegenheit, mir eine Pistenraupe und deren Funktionsweise genauer anzusehen.

Nachmittags fanden sich so nach und nach Schüler mit ihrer Begleitung in einem Lokal am Skilift ein, denn sie waren schon ziemlich ausgepowert oder unterzuckert. Immerhin hatte ich nun gelernt, im Pflug alleine fahren.

Zurück in der Ferienwohnung war der Ablauf immer der gleiche: Sachen verstauen, Skischuhe zum Auslüften auseinanderbauen, duschen und dann Küchendienst. Ich war diesmal für den Salat zuständig und fabrizierte – mit Unterstützung – eine Salatsoße, die sogar dem kritischsten Mitschüler schmeckte.

Am Freitagmorgen erwartete uns eine Überraschung: Es hatte endlich einmal wieder geschneit! Wir steuerten abermals ein anderes Skigebiet an und es lag Neuschnee auf den Pisten. Dies machte die Sache für uns Skifahr-Neulinge schwieriger. Es gab dort eine Art Laufband als Lift, das aber einen Defekt hatte und immer mal wieder unvermittelt stehen blieb. So passierte bei der ersten Fahrt ein kleinerer Unfall, bei dem ich unfreiwillig einen Spagat machte und mich auf den Boden setzen musste. Ein Reparaturteam versuchte den Schaden zu beheben und fand keinen. Aber wir hatten daraus gelernt und waren zukünftig vorsichtig. Dennoch passierte es, dass ich einmal mit meinem linken Ski meinem Lehrer zu nahe kam, was in einem gemeinsamen Sturz und einem Zusammenstoß mit der Glasscheibe des überdachten Skiliftes endete.

Während ein Teil der Gruppe bis zuletzt auf den Skiern blieb, brachen zwei Schülerinnen noch mit einer Lehrerin zu einer Schneeschuhwanderung auf, aber wir anderen ließen den letzten Skitag gemütlich in einer Gastwirtschaft ausklingen.

Auf der Heimfahrt ließen wir es uns nicht entgehen, am stimmungsvollen Käsehaus von Andelsbuch anzuhalten und uns mit der Spezialität der Region – Bergkäse in allen Varianten – einzudecken. Ich wurde sehr gut von einem Mann beraten, der uns zum Schluss noch zeigte, wie sie Käse herstellten.

Im Quartier halfen wir dann alle zusammen, die ganze Skiausrüstung aus den Bussen, wieder auf dem Speicher zu verstauen – und dann mussten wir auch schon daran denken, unsere Koffer zu packen.

Am nächsten Morgen ging alles sehr schnell, wir frühstückten, wir packten alles zusammen, wir machten sauber und trugen unser Gepäck hinunter ins Auto, denn ja, es war schon wieder vorbei! Leider! Nach einer langen Busfahrt, wo gelacht und viel geredet wurde, kam ich in Pforzheim an, wo meine Mutter mich abholte.

 

Im Großen und Ganzen war es eine sehr schöne Woche, mit viel Spaß und Gelächter. Wir haben gut Ski fahren gelernt, obwohl ich sagen muss, dass das Skifahren nicht zu den Dingen zählen wird, die ich in meiner Freizeit regelmäßig tun werde. Aber falls mir irgendwann wieder so eine Möglichkeit geboten wird, werde ich sicher sofort zustimmen, denn dies war eines der besten Landheime, das ich je erlebt habe. Noch an dieser Stelle danke an die Lehrer aus meiner, aber auch aus anderen Schulen, die dies ermöglicht haben. Und an Frau Fink, die uns die Wohnung vermietet hat, und einfach so einen wunderbaren Apfelstrudel gebacken hat. Vielen Dank für so eine schöne Woche, auch an meine Mitschüler und die BLUBS-Schüler! Danke!

Christopher Proß