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„Blindes Stadionerlebnis“ in Kaiserslautern

Am Sonntag, den 02.04.2017, fand eine Veranstaltung der Telekom, die sich an blinde und sehbehinderte Menschen sowie an deren sehende Begleitpersonen richteten statt, bei der zwei Schüler (Kerstin und Julian) unserer Schule teilgenommen haben.

Die Aktion nannte sich „Blindes Stadionerlebnis“, wobei es sich um das Fußballspiel Kaiserslautern gegen Braunschweig (2. Bundesliga) in Kaiserslautern handelte. Wir trafen uns gegen 11.00 Uhr mit dem Organisationsteam und fuhren gemeinsam mit dem Shuttle-Bus zum Stadion. Da dieses auf einem kleinen Berg lag, mussten wir danach noch etwa 200 Stufen hochlaufen. Da wir ziemlich früh dort waren, hatten wir genug Zeit, uns alles anzuschauen. Unsere Sitzplätze befanden sich fast ganz oben, sodass man die Spieler wunderbar beim Aufwärmtraining beobachten konnte. Außerdem konnten wir das Stadion erkunden und den Aufbau der verschiedenen Sitzreihen und der verschiedenen Tribünen ablaufen, damit wir eine ungefähre Vorstellung davon bekamen, wie das Stadion aussah. Kurz vor Spielbeginn bekam dann jeder Kopfhörer sowie ein kleines Gerät, an das die Kopfhörer angeschlossen werden mussten. Alle Begleitpersonen bekamen zudem Augenbinden, damit sie das Spiel ebenfalls blind verfolgen konnten. Mit dem Startpfiff begann dann die Audiodeskription. Dabei beschrieben zwei Männer, was auf dem Spielfeld passierte. Diese Kommentare konnten wir über die Kopfhörer empfangen. Sie machten das Spiel verständlicher und wir konnten die Aktionen besser nachvollziehen. Doch nicht nur die Audiodeskription war sehr spannend, auch die Fangesänge der verschiedenen Fangruppen waren äußerst faszinierend: Sie kamen aus verschiedenen Richtungen, teilweise hörte man sie lauter, teilweise leiser. Es war interessant, wie die jeweiligen Fangruppen reagierten, wenn zum Beispiel ein Spieler der Mannschaft aus Kaiserslautern eine gelbe Karte bekam oder Braunschweig ein Tor schoss. Nach dem Spiel äußerten wir Lob und Kritik an der Audiodeskription, liefen die 200 Stufen wieder hinunter und fuhren mit dem Shuttle-Bus wieder zu unserem Startpunkt zurück, wo wir uns voneinander verabschiedeten und wieder getrennte Wege gingen.

Es war eine interessante Erfahrung und hat auf jeden Fall Spaß gemacht – doch das Beste ist: Wir standen nicht nur ahnungslos daneben, wenn die sehenden über das Spiel diskutierten, sondern konnten gleichberechtigt mitreden!

(Kerstin Peters, 9. Klasse der Realschule)