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Schloss-Schule verpasst knapp das Treppchen beim Landesentscheid – Schwimmen

Erstmals war der Landesentscheid “Jugend-trainiert-für-Paralympics” fürs Schwimmen auch für blinde und sehbehinderte Teilnehmer ausgeschrieben. Das ließ sich die Schloss-Schule natürlich nicht zweimal sagen und fuhr mit einer Mannschaft Ende März zum Landesentscheid nach Heidelberg.

Gemeinsam mit 7 weiteren Schulen wurde um den Finaleinzug nach Berlin gekämpft. Die anderen Schulen aus den Bereichen Körper-, Hör- und geistige Behinderung hatten im Gegensatz zu den Schloss-Schülern schon einige Jahre Wettkampferfahrung und kannten den Turniermodus: Jeder Teilnehmer wird anhand einer Klassifizierungstabelle einer Startklasse zugeordnet. Die Startklassen S11, S12 und S13 sind die Startklassen für Menschen mit einer Sehschädigung. S11 entspricht dabei der internationalen B1 Kategorie, die viele schon aus den Sportarten Goalball und Blindenfußball kennen. In der Startklasse S11 dürfen alle Sportler starten, die blind sind. S12-Sportlehrer haben ein Restsehvermögen von 0,02 Visuswert auf dem besseren Augen oder eine Gesichtsfeldeinengung auf weniger als 5°. S13 Sportler haben ein Gesichtsfeld von 10° oder weniger und einen Visuswert von 0.05 auf dem bessere Augen. So werden auch die anderen Sportler, anhand ihrer Handicaps, in Startklassen eingeordnet. Dann geht es an den Start, aber gewonnen hat nicht, wer als erster ans Ziel kommt. Es wird für jeden Schwimmer die Zeit genommen und die geschwommene Zeit wird dann ins Verhältnis zum Rekord in der jeweiligen Startklasse gesetzt und dementsprechend bekommt man eine Punktzahl zwischen 1 und 1000. Der Schwimmer, der dann die meisten Punkte hat, bekommt 30 Punkte für sein Team. Der zweite bekommt 29 Punkte und so weiter. Am Ende zählt die Teamwertung.

Für die Schloss-Schüler war dieser Turniermodus neu und unbekannt und keiner wusste so richtig, wo die Schloss-Schule landen wird, da der Modus zwar fair, aber nicht mal eben auf die Schnelle zu berechnen ist. Hinzu kam, dass die Schloss-Schule aufgrund von Reperaturarbeiten in der Schwimmhalle nicht für den Wettkampf trainieren konnte. Celina, Sophie, Tom, Cedric, Sayon, Justin, Louisa und Jan traten aber trotz allem für die Schloss-Schule an und gabe im Wasser ihr Bestes:

Aufgeteilt in zwei Wettkampfklassen wurden die Lagen Freistil, Brust und Rücken geschwommen. Sophie – unsere erste Starterin – konnte auch gleich zeigen, dass die Schloss-Schule nicht untergehen wird und schwamm beim Freistil Mädchen 50m die beste Zeit. Tom unterstrich die gute Leistung und schwamm für die Jungs die beste Zeit auf 50m. In der jüngeren Startklasse, die lediglich eine Distanz von 25m absolvieren musste, konnte Jan zeigen, wie ein Triathlet krault und schwamm die drittbeste Zeit. Beim Brustschwimmen konnten Celina und Cedric punkten und auch Jan zeigte sehr gute Leistungen. Ebenso konnten Louisa und Sayon auf die 25 Meter gute Zeiten herausholen. Bei der letzten Disziplin – dem Rückenschwimmen – lief es dann nicht mehr so gut für die Schloss-Schüler. Alle taten sich mit dieser Lage schwer, vor allem die für die Schloss-Schüler ungewohnten Beckenmaße irritierten, sodass viele schon viel zu früh mit Schwimmen aufhörten.

Am Ende des Wettkampfes gab es noch einen Freundschaftswettbewerb, bei dem 6 Schwimmer jeder Mannschaft als Staffel auf 6x25m gegeneinander antrat. Tom, als erster Schwimmer, holte schon mal einen ordentlichen Vorsprung raus, den wir aber nicht über alle Läufer retten konnten. Sophie, als letzte Starterin und durch den Triathlon erfahrene Kraulerin, konnte dann aber nochmal 2 Plätze gut machen und die Schloss-Schul-Staffel landete dann auf Platz 2 hinter der Stephen-Hawkins-Schule.

Bei der Siegerehrung hatte dann auch die Stephen-Hawkins-Schule die Nase vorn und wurde mit 501 Punkten erster. Die Helen-Keller-Schule und die Johannes-Wagner Schule teilten sich punktgleich mit 476 Punkten den zweiten Platz. Die Schloss-Schule war mit 450 Punkten damit vierter, gefolgt von der zweiten Mannschaft der Stephen-Hawkins-Schule mit 351 Punkten. Letzter Platz war die Winterhaldenschule mit 130 Punkten.

Für ein erstes Mal eine tolle Leistung! Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei, und wer weiß, vielleicht erschwimmen wir dann einen Platz auf dem Siegerpodest!

(Jessica Bahr)